Handball-Nostalgie pur: Das historische 50. Großfeld-Handballspiel!

Es ist ein Phänomen, das im deutschen Handballsport seinesgleichen sucht: Wenn am Christi Himmelfahrtstag der Rasen betreten wird, lebt die pure Nostalgie auf. In diesem Jahr feierten der Post SV Magdeburg und die Spielgemeinschaft der SG Traktor Brumby ein ganz besonderes,
geschichtsträchtiges Meilenstein-Jubiläum: Zum 50. Mal standen sich die Mannschaften im klassischen Großfeld-Handball gegenüber! Ein halbes Jahrhundert gelebte Sportgeschichte, Kameradschaft und
ehrlicher Rasensport.


Als stolzer Gewinner der großen Medienaktion „VereinsLIVE – Wir streamen Dein Event!“ der Volksstimme und Mitteldeutschen Zeitung wurde dieses epische Match in diesem Jahr sogar mit professioneller Kameracrew und Live-Kommentar für Tausende Zuschauer direkt nach Hause übertragen. Ein unvergesslicher Herrentag für ganz Magdeburg und die Region!

Wie alles begann: Ein Sportlerball im März 1974 und ein kurioses Gesetz

 

Die Wurzeln dieses legendären Derbys reichen zurück bis in den März 1974. Nach einem Hallenturnier kam auf einem gemütlichen Sportlerball die Idee auf, den traditionsreichen, aber fast ausgestorbenen
Großfeld-Handball (der unter freiem Himmel auf einem Fußballfeld ausgespielt wird) wieder aufleben zu lassen. Gesagt, getan: Am Himmelfahrtstag 1974 pfiff der international renommierte Schiedsrichter
Bernd Lüders das allererste Spiel in Magdeburg an. Es endete – wie sollte es anders sein – mit einem umkämpften Unentschieden, das im Anschluss bei Bier und Gesang gebührend gefeiert wurde.


Aus der Begeisterung der Spieler und Fans entstand ein ungeschriebenes Gesetz, das bis heute Bestand hat. Post-SV-Trainer-Urgestein Dieter Baumgart (83), der seit dem ersten Tag die Fäden in der
Hand hält, erinnert sich schmunzelnd an die Abmachung von 1975: „Wir beschlossen damals, erst aufzuhören, wenn eine der beiden Mannschaften ein Spiel gewinnt.“ 


Der skurrile und weltweit wohl einmalige Effekt: Um die Fortführung des Derbys Jahr für Jahr zu sichern, endeten auch alle folgenden Partien friedlich unentschieden. 50 Spiele, 50 Unentschieden! Auch wenn
die SG Traktor Brumby als eigenständiger Verein heute so nicht mehr existiert, wird die Tradition von den Kindern und Enkeln der damaligen Akteure, die heute in Schönebeck oder Calbe aktiv sind, mit Stolz weitergetragen. In all den fünf Jahrzehnten gab es übrigens nur zwei Ausfälle – bedingt durch die Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021.

Die Wiege der Stars: Olympia-Teilnehmer und Europapokalsieger des Post SV

 

Der Post SV Magdeburg ist seit jeher bekannt für seine hervorragende Talent- und Nachwuchsarbeit.

Das Traditionsspiel auf dem Großfeld zieht regelmäßig absolute Weltklasse-Athleten an, die ihre allerersten sportlichen Schritte in unserem Verein gemacht haben:

  • Gunar Schimrock: Der spätere Nationaltorhüter (57 Einsätze für die DDR) begann beim Post SV Magdeburg, ehe er als Kapitän den SC Magdeburg 1996 zum geschichtsträchtigen DHB-Pokalsieg führte.
  • Holger Winselmann: Der pfeilschnelle und treffsichere Rechtsaußen startete seine Weltkarriere ebenfalls beim Post SV. Er wurde DDR-Meister, holte 1986 WM-Bronze und lief 1988 und 1992 in der Olympiaauswahl auf.

Beide Spitzenathleten ließen es sich in der Vergangenheit nicht nehmen, selbst bei den Großfeld-Handball-Duellen aufzulaufen. Auch im  Frauenbereich dominierte der Post SV in den 1960er-Jahren den Handballsport der Region. Zum 50. Jubiläum durften wir die  Vereinslegende Renate Nadge (82) begrüßen, die den Verein einst über mehrere DDR-Meisterschaften bis in die Oberliga führte und heute

noch europaweit im Seniorentennis erfolgreich ist.

Große Show zum Jubiläum: Cheerleader, Legenden & die Kamera-Crew vor Ort

 

Für die Zuschauer am Spielfeldrand und im Livestream wurde zum 50. Aufeinandertreffen einiges geboten. Neben hochklassigem Nostalgiesport sorgten die „Guardian Angels“ (die offiziellen Cheerleader des Magdeburger SV 90) vor dem Anpfiff und in der Halbzeitpause mit einer spektakulären Show für sensationelle Stimmung. Unter den Augen des internationalen Top-Schiedsrichters Bernd Ulrich entwickelte sich eine packende Partie, bei der sich Jung und Alt absolut nichts schenkten, bevor am Ende die rheinische und sachsen-anhaltische Gemütlichkeit bei der dritten Halbzeit im Vereinsheim regierte.

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